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From: Frank Holzmann on 15 Jul 2008 03:38 Beatrice <bea(a)sofort-mail.de> wrote: > Die Free Software Foundation rät dazu, das von Apple jüngst auf den Markt > gebrachte Smartphone iPhone 3G zu meiden. Kürzlich traf ich einen Menschen, der alle Firefox-Add-ons meidet, die nicht unter der GPL stehen. Man kann sich das Leben schon recht schwer machen, wenn man einer Ideologie aufgesessen ist. > Wer Audio- oder Videoformate abspielen will, die nicht durch Patente oder > DRM eingeschränkt sind, schaut beim iPhone in die Röhre, da dafür keine > Software vorhanden ist, so Sullivan weiter. Warum sollte ein kommerziell extrem erfolgreicher Hersteller Ressourcen verschwenden und obskure Formate unterstützen (Ogg Vorbis und Theora), die eh niemand einsetzt oder einsetzen will, außer eine winzige Splittergruppe von Fanatikern? MP3 und MP4 reichen den allermeisten Menschen vollkommen aus. Mit Exotenformaten schließt man sich aus der Gemeinschaft aus. Der von der FSF gepredigte freie Fluß von Informationen durch Dateiaustausch unter Freunden/Menschen kommt mit exotischen Formaten zum Erliegen. > Doch das iPhone sei nicht die > einzige Option. Während einige Alternativen momentan noch nicht verfügbar > sind, stehe insbesondere mit dem FreeRunner von OpenMoko bereits ein > Smartphone zur Verfügung, das die Anwender nicht ausspioniert, ihre > Freiheit respektiert und das Abspielen freier Formate ermöglicht. Das FreeRunner-Handy ist eine Fehlgeburt. Niemand braucht es, niemand will es, es ist häßlich wie die Nacht (Gerät und Software). Wenn schon Nokia, Blackberry und SonyEricsson gegen das iPhone alt aussehen, wie steht es da erst um ein Linux-Handy mit dem Charme einer ausgelatschten Korksandale? > Der FSF zufolge liegt es nun an den Anwendern, ob sie ihr Geld und ihre > Freiheit für etwas oberflächlich Attraktives ausgeben oder lieber etwas > mehr zahlen für ein Gerät, das momentan weniger attraktiv ist, aber dafür > die Freiheit bewahrt und ein besseres Geschäftsmodell aufzuweisen hat. Hier liegt der Denkfehler der FSF. Das iPhones ist nicht "oberflächlich attraktiv" sondern eine extrem attraktive Kombination aus einem sehr schicken Gerät und einer einfach nur phantastischen Benutzeroberfläche. Wer die grauenvolle Bedienung eines Nokia verflucht, dem ist das iPhone ein Segen. Kinderleicht intuitiv zu bedienen, durchdacht und sehr elegant ist das Mac OS X, das auf dem iPhone läuft. Daß die FSF das nicht erkennt, ist mir klar, da Linux wie auch Windows mit ihren unattraktiven Oberflächen und kruder Bedienung dem Nokia verwandt sind. So wie die Handy-Marktführer eben nicht verstanden haben attraktive Handys mit kinderleichter Apple-typischer Benutzerführung zu bauen, so wird ihnen Apple jetzt dramatisch Marktanteile wegnehmen. Der iPod hat es vorgemacht. Den Vogel schießt ab, daß das häßliche Linux-FreeRunner-Handy zudem auch noch teurer als das iPhone ist (was selber schon teuer ist). Wer das iPhone einem Nokia, Ericsson oder Blackberry vorzieht, der wir ganz sicher nicht den noch gruseligeren FreeRunner nehmen. Außer er lebt auch unter der FSF-Ideologie gefangen. Wer kauft absichtlich ein schlechteres und teureres Produkt, wenn er etwas nicht nur Lichtjahre besseres bekommen, das dazu auch noch hip ist? Ja, hip ist. Daran denkt die FSF nicht. Die Mehrheit der Menschen möchte hip sein und kein Hinterzimmerfreak. BTW: Richtige Hacker™ schalten sich ihr iPhone frei und benutzen Anbieter nach ihrer Wahl oder installieren Software darauf, die ihre Exotenformate abspielen kann, wenn sie das brauchen. Oder sie schalten das GPS ab, wenn sie es für Orwellianisch halten. Alles kein Problem für richtige Hacker™. Anleitungen gibt es genug im Netz. > Information: FSF > > http://www.pro-linux.de/news/2008/12924.html Der Originallink ist: http://www.fsf.org/blogs/community/5-reasons-to-avoid-iphone-3g Frank
From: Lars P. Wolschner on 15 Jul 2008 04:59 holzmann(a)domain.invalid (Frank Holzmann): > Beatrice <bea(a)sofort-mail.de> wrote: >> Die Free Software Foundation r�t dazu, das von Apple j�ngst >> auf den Markt gebrachte Smartphone iPhone 3G zu meiden. > > K�rzlich traf ich einen Menschen, der alle Firefox-Add-ons > meidet, die nicht unter der GPL stehen. Man kann sich das Leben > schon recht schwer machen, wenn man einer Ideologie aufgesessen > ist. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit ist diese Einstellung sehr vern�nftig. >> Wer Audio- oder Videoformate abspielen will, die nicht durch >> Patente oder DRM eingeschr�nkt sind, schaut beim iPhone in die >> R�hre, da daf�r keine Software vorhanden ist, so Sullivan >> weiter. > > Warum sollte ein kommerziell extrem erfolgreicher Hersteller > Ressourcen verschwenden und obskure Formate unterst�tzen (Ogg > Vorbis und Theora), Was ist an dokumentierten Formaten obskur? Ist es nicht viel obskurer, da� man zur Synchronisation von Terminen und Kontakten zwischen Mac-PC und iPhone eine Website von Apple ben�tigt und daher online gehen mu�? Und wie synchronisiert man mit einem Windows-PC, etwa mit MS Outlook? Das geht meiner Kenntnis nach bisher nur, wenn man einen MS Exchange-Server betreibt. > die eh niemand einsetzt oder einsetzen will, > au�er eine winzige Splittergruppe von Fanatikern? Weil Deine Behauptung, da� sie niemand brauche, Unsinn ist? Das Ger�t ist viel zu teuer, um sowas nicht zu k�nnen. > Das FreeRunner-Handy ist eine Fehlgeburt. Niemand braucht es, > niemand will es, es ist h��lich wie die Nacht (Ger�t und > Software). Wenn schon Nokia, Blackberry und SonyEricsson gegen > das iPhone alt aussehen, wie steht es da erst um ein Linux-Handy > mit dem Charme einer ausgelatschten Korksandale? Immerhin kann ein Nokia auch noch das Notebook ins Internet bringen, das iPhone kann das auch in der neuesten Version nicht. > Wer die grauenvolle Bedienung eines Nokia verflucht, dem ist das > iPhone ein Segen. Es gibt von Nokia mindestens zwei Systeme, n�mlich eine �ltere Systemprogrammierung, die heute als S40 bezeichnet wird und das Einheitsbetriebssystem Symbian S60, das auf allen Ger�ten der Mittel- und Oberklasse zum Einsatz kommt. Richtig ist, da� die Oberfl�che in der Entwicklung zur�ckliegt, weil Nokia bisher keinen Touchscreen verbauen wollte. Aber grauenhaft ist was anderes, beispielsweise Windows Mobile. > Wer kauft absichtlich ein schlechteres und teureres Produkt, > wenn er etwas nicht nur Lichtjahre besseres bekommen, das dazu > auch noch hip ist? Ja, hip ist. Daran denkt die FSF nicht. hip ist keine technische Kategorie. Die FSF ist kein kommerzieller Ger�tehersteller und daher mit Apple nicht vergleichbar. Ich sehe auch gar nicht den Zusammenhang mit der Frage, welcher Natur die Softwarelizenz sein sollte. Es ist doch eigentlich au�erordentlich dumm, sich g�ngeln und einschr�nken zu lassen, nur weil es hip ist. > BTW: Richtige Hacker schalten sich ihr iPhone frei und > benutzen Anbieter nach ihrer Wahl oder installieren Software > darauf, die ihre Exotenformate abspielen kann, wenn sie das > brauchen. .... womit dann die Benutzerfreundlichkeit konterkariert wird, denn die Freischaltung mu� nach jedem Firmwareupdate wiederholt werden, falls man dann nicht �berhaupt neu "hacken" mu�. CU -- Lars P. Wolschner lars.wolschner(a)nexgo.de Senefelderstra�e 3 lars.wolschner(a)gmx.de D-63069 Offenbach am Main Fon & Fax: +49 69 80068670 Mobil: +49 163 8122462
From: Herbert Eisenbeiß on 16 Jul 2008 03:01 Lars P. Wolschner wrote: >> Kürzlich traf ich einen Menschen, der alle Firefox-Add-ons >> meidet, die nicht unter der GPL stehen. Man kann sich das Leben >> schon recht schwer machen, wenn man einer Ideologie aufgesessen >> ist. > > Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit ist diese Einstellung sehr > vernünftig. Also meine Firewall läuft mit OpenBSD, das auch keiner GPL-Lizenz unterliegt. Ist das daher unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit nun unvernünftig?
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